"Einen Teich zu betreiben das bedeutet doch einen Haufen Aufwand!" Diese oder ähnliche Aussagen höre ich immer wieder. Das muß aber nicht immer so sein. Der hier vorgestellte Teich funktioniert nach einem natürlichen Filterverfahren. Dabei wird der technische Aufwand so gering wie möglich gehalten. Wichtig ist eine genaue Vorplanung! Um den hier vorgestellten Teich gedanklich zu erfassen, ein paar Eckdaten: Der Teich ist ca. 7m lang, 5m breit und faßt ein Gesamtvolumen von ca. 15m³ Wasser. Wie aber nun funktioniert der Teich?Öffnen Sie sich die schematische Darstellung und lesen Sie weiter.Der Teich besteht aus zwei mit Teichfolie ausgeformten Becken. Die Becken liegen direkt nebeneinander und sind durch einen schmalen Erdwall voneinander getrennt. Eines der Becken wird als Filterbecken verwendet, das andere als Fisch und Pflanzenteich. Beide Folien sind ca. 40cm unterhalb der Oberfläche mit einem Kunststoffrohr verbunden (Durchmesser 72mm). Für diese Verbindung gibt es beim Teichbau spezielle Verschraubungen, die mit breiten Flanschen die Folie einfassen und abdichten. Über eine einfache Teichpumpe wird das Wasser vom Fischteich in den Filterteich gepummpt. |
Das Filterbecken
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Hier auf diesem Bild sehen Sie im Vordergrund das Filterbecken des Teiches. Dieses Becken hat eine Tiefe von ca. 2m und faßt ca. 5m³ Volumen. |
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Das Filterbecken ist das Herzstück des Filterteichs.
In den Boden des Beckens habe ich ein Drainagerohr gelegt (Gesamtlänge 7m). Dieses wurde zuvor
an einer Seite verschlossen und mit Auqarienwatte umwickelt. Danach habe ich es zu einer Schnecke zusammengebunden,
die verschlossene Seite innen. Das Verbindungsrohr zwischen den beiden Teichen habe ich auf den Boden des Filterbeckens
geführt und mit dem Drainagerohr (offenes Ende der Schnecke) verbunden.
Die technische Installation des Filterbeckens war hiermit abgeschlossen. Das Filter wurde dann mit feinem Kies (5-7mm) einem groben Zwischenvlies aus dem Aquarienzubehör und anschließendem groben Kies (sog. Überkorn) gefüllt. Wichtig: Vor dem Füllen muß der Teich mit Wasser befüllt werden, ansonsten wird das Drainagerohr platt gedrückt! In dem Becken verblieb eine Tiefe von ca. 40cm. In dieses Becken setze ich im Sommer 3-4 kleine Kois oder Goldfische ein, die im Winter in das große Becken kommen. Des weiteren habe ich in den Filter eine durchlöcherte Kunststoffkiste eingegraben. Diese dient dazu evtl. Zusatzstoffe (falls nötig, wie z.B. für Filtertorf) dem Filter zusetzen zu können. Es reicht dann ein paar Steine abzuräumen, die Kiste zu befüllen und wieder mit Steinen abzudecken. Das Filterbecken wird 10-15 cm höher angelegt als der restliche Teich. Damit wird ein Überlaufen des Filterbeckens verhindert. Die beiden Teichfolien werden bis über den Wall der die Becken trennt geführt. Dabei lappt die Teichfolie des Filterbeckens über die des tiefer liegenden Teichs. Der Wall als solches sollte ein paar Zentimeter unter dem Randniveau des Filterbeckens liegen. Sollte das Filterbecken evtl. mal überlaufen, so kann es nur in den Teich zurücklaufen. Dies passiert bei mir z.B. regelmäßig nach starken Regenfällen. Der Filterwirkung schadet dies nicht. |
Das Teichbecken |
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Das Teichbecken ist mit feinem Kies und Steinen unterschiedlicher Größe gestaltet. Alle Pflanzen wurden restlos von Lehm und Erdresten befreit und direkt in den Kies gepflanzt (mit Steinen beschwert). Dadurch erbringen die Pflanzen eine zusätzliche Filterleistung und verbrauchen Nährstoffe, die sich ansonsten immer stärker im Wasser anreichern würden. Der Teich ist mit mehreren Kois und ein paar Goldfischen bestückt, die sich bester Gesundheit und reichlicher Futtergabe erfreuen. Am tiefsten Punkt des Teichs befindet sich eine Teichpumpe mit einer Förderleistung von 5000l pro Stunde und einer Stromaufnahme von ca. 100 Watt. Da keinen Vorfilter eingesetzt werden brauchen, und die Pumpe durch eine 40mm Schlauch fördert, wird ein sehr guter Durchsatz erreicht. |
Die WasserqualitätWie bereits auf den Bildern sicherlich zu erkennen ist das Wasser völlig klar und frei von Schwebstoffen bzw. Schwebealgen. Die Messung der einzelnen Werte ergab bei mehrfachen Messungen nur sehr geringe Belastungen, die an Trinkwasserqualität heranreichen. Ein Versotten des Filters ist durch die enormen Sickerflächen höchst unwahrscheinlich. Eine Reinigung könnte aber durch das Schließen der Rohrverbindung ebenfalls erfolgen. |
Die KostenDie Kosten für ein solches Projekt sollten nicht verschwiegen werden. Diese belaufen sich erheblich unter den Kosten für eine Teichanlage mit herkömmlichen Filtersystemen und deren Folgekosten. Die Teichfoliengröße muß bei einem solchen Projekt zwar größer geplant werden, da der Filter ein zusätzliches Volumen darstellt. Zusätzlich wird auch noch die Rohrverbindung mit Flanschsystem benötigt, was mit ca. 50 € zu buche schlägt. Spätestens jedoch wenn es um Filter und das Zubehör, oder gar UV-Anlagen geht, hat sich dieses System bezahlt gemacht. Ein weiterer Vorteil ist die Wartung. Ich habe bis auf gestalterische Tätigkeiten und Fütterung keinen Aufwand. Kosten für teure Teichpräparate entfallen und über Zeiten in denen ich in Urlaub fahre brauche ich mir auch keine Gedanken machen. |
Was noch...Es gibt noch einige Aspekte, denen man bei der Planung eines Teiches Beachtung schenken sollte. Wichtig ist es von Anfang an zu wissen, welche Umwelteinflüsse auf den Teich einwirken. Mit welchem Wasser wird z.B. der Teich befüllt? Evtl. Probleme mit dem Wasser können direkt beseitigt werden, wenn dem Filterbecken entsprechende Substrate (Calcium, Torf usw.) hinzugefügt werden. Mit welcher Verschmutzung durch Bäume etc. ist zu rechnen und wie läßt sich diese vermeiden (Bepflanzung, z.B. die verhindern das Blätter in den Teich geweht werden)? Nicht unerheblich ist auch eine starke Bepflanzung, weil die Pflanzen dem Wasser Nährstoffe und somit Verunreinigung entziehen. Beim Bodengrund ist es wichtig ebenfalls so viele Nährstoffe wie möglich zu entziehen. Sie sollten daher den Kies und die Steine gründlich waschen (Ein Betonmischer bietet sich dafür an). Steine und Kies sind übrigens sehr günstig zu bekommen, wenn man diese selber bei der Kiesbaggerei abholt. Mein gesamter Bodengrund incl. Filterbecken etc. hat mir ca. 50,- € gekostet.Einen Teich von durchschnittlicher Größe mit guten Wasserwerten zu betreiben ohne hohen technischen Aufwand ist also gar nicht so schwer! |
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